Neuroleadership und Achtsamkeit


Wie sollten wir miteinander kommunizieren, uns organisieren, uns über unsere Aufgaben, unsere Ziele, über die für uns „relevante Welt“ austauschen, dass unser Gehirn dadurch so stimuliert wird, dass hieraus Motivation, Leistung und Gesundheit entstehen? (vgl. Rüdiger Reinhardt, 2014)


Achtsamkeit und Neuroleadership


Der Fokus auf Aufmerksamkeit bzw. Achtsamkeit (vgl. von Au und Seidel 2016) entwickelt sich zu einer bedeutenden Erfolgsgröße im Bereich Leadership, da es nachweislich eine Persönlichkeitsentwicklung anstößt. Hierbei liefert Neuroleadership gleichermaßen den Beweis für eine grundsätzliche Änderbarkeit auch von tief verankerten Persönlichkeitsmerkmalen (vgl. Davidson 2012). Eine achtsame Führung beginnt mit einer reflektierten Selbstführung (vgl. Gamma, 2016), die unterschiedlich weiterentwickelt werden kann.


Achtsamkeit


Besonders Stresssituationen verleiten dazu, in automati­sierte Verhaltensschemata zu verfallen; man kann sich nicht mehr konzentrieren und keine klaren Gedanken fassen. Man reagiert, statt zu agieren.

Man löst das Problem nicht, sondern man verändert es nur. Man wird unsicher, obwohl Selbstvertrauen wesentlich hil­freicher wäre.

Achtsamkeit ist ein geistiger Zustand, der in solchen Situa­tionen sehr hilfreich ist.

Man kann Achtsamkeit erlernen, und die neurobiologische Forschung liefert immer genauere Belege und Erklärungs­modelle für die durch Achtsamkeit hervorgerufenen Wirkun­gen.

Im Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit verweilen die Ge­danken nur noch selten dort, wo sich auch der Körper au­fhält. An das Hier und Jetzt können nur wenige denken und sich selbst im Hier und Jetzt zu spüren und wahrzunehmen gelingt noch weniger Menschen.

Statt agieren zu können muss man ständig reagieren und den meisten gelingt es nur für kurze Zeit, sich auf ein Objekt zu konzentrieren. Denken und Fühlen werden einem Auto­piloten überlassen, einem etablierten System, das zwar zu funktionieren scheint, uns aber daran hindert, den Augen­blick bewusst wahrnehmen zu können, ehe eine Situation bewertet und eine Entscheidung gefällt wird.


Emotionsregulation


Durch die Veränderung der Emotionsregulation mittels Achtsamkeitstraining können gezielt automatisierte Bewertungsmuster und eingefahrene Verhaltensweisen verändert werden, so dass man in der Lage ist, neue Verhaltensweisen zu kreieren.

Übertragen auf das Alltagsleben bedeutet das: Zu den stärksten Kräften, die uns daran hindern, bestimmte Dinge zu tun und bestimmte Ziele zu erreichen, gehören negative Emotionen wie Angst, Wut, Abneigung, Stress und Unsicherheit.

Häufig besteht eine unbewusste Koppelung zwischen gewissen Situationen und negativen Emotionen, zum Beispiel:

  • Vorträge halten konnte ich noch nie.

  • Mit dem Kollegen XY bin ich noch nie klar gekommen.

  • Unter Zeitdruck kann ich einfach nicht arbeiten.

  • Ab zwanzig Emails im Eingangsordner kriege ich immer Stress.

  • Diesen Text verstehe ich niemals.

  • Und vieles mehr.

Wenn man lernt, derartige Koppelungen zu erkennen und aufzubrechen, kann man wesentlich leichter seine Verhaltensmuster ändern.

Also: Ein Wirkungsbereich der Achtsamkeit betrifft die Fähigkeit, die eigenen, besonders die negativen Emotionen bewusst regulieren zu können. Die Stressresistenz kann deutlich gesteigert werden.

Achtsamkeit kann man trainieren, und darin geübte Menschen finden zu innerer Ruhe, Stärke und Gelassenheit. Denn Achtsamkeitstraining verbessert die Fähigkeit sowohl zur Aufmerksamkeits- als auch zur Emotionsregulation.

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